Lebenslang hinter Gittern und Glas – für ein paar Minuten unseres Staunens.
Zoos und Aquarien präsentieren sich gern als Orte des Artenschutzes und der Bildung. Für die Tiere selbst bedeuten sie vor allem eines: ein ganzes Leben auf begrenztem Raum, fern ihrer natürlichen Umgebung, umgeben von Besuchermassen. Ein Eisbär, der in der Arktis Hunderte Kilometer wandert, ein Orang-Utan, der durch die Baumkronen klettert, ein Hai, der durch den offenen Ozean zieht – kein Gehege und kein Becken kann ihnen das ersetzen.
Gefangenschaft hat Folgen
Viele Zootiere zeigen sogenannte Stereotypien: Sie laufen immer wieder dieselben Wege ab, wiegen den Kopf hin und her oder schwimmen endlose Kreise. Fachleute sehen darin ein deutliches Zeichen für Stress und Langeweile. Besonders betroffen sind Tiere mit großen Revieren wie Eisbären, Elefanten und Großkatzen. Und weil Jungtiere Besucher anlocken, wird gezüchtet – auch dann, wenn später kein Platz für sie da ist. In manchen Zoos werden „überzählige“ gesunde Tiere getötet.
Und der Artenschutz?
Nur ein kleiner Teil der Tiere in Zoos gehört zu bedrohten Arten, und nur wenige werden je ausgewildert. Wirksamer Artenschutz findet dort statt, wo die Tiere leben: durch den Schutz ihrer Lebensräume. Und der größte Treiber für die Zerstörung dieser Lebensräume ist – die Landwirtschaft, vor allem die Tierhaltung. → Wildtiere
Aquarien
Auch in Großaquarien und Sealife-Centern leben Haie, Rochen und Schwärme von Fischen hinter Glas, die in der Natur riesige Strecken zurücklegen würden. Viele der Tiere sind Wildfänge. Und die Fische im heimischen Zieraquarium stammen ebenfalls oft aus dem Meer – gefangen teils mit Zyanid, das ganze Korallenriffe schädigt.
Was kannst Du tun?
- Erlebe Tiere dort, wo sie hingehören: bei Wanderungen, im Wald, am Meer – mit Fernglas statt Eintrittskarte.
- Besuche Lebenshöfe und echte Auffangstationen, die geretteten Tieren ein Zuhause bieten, ohne mit ihnen zu züchten oder zu handeln.
- Schau Dir großartige Naturdokumentationen an – sie zeigen Tiere in ihrer ganzen Pracht.