Schafe, Ziegen, Kaninchen, Pferde, Pelztiere – auch sie wollen leben.
Wenn von „Nutztieren“ die Rede ist, denken die meisten an Rinder, Schweine und Hühner. Doch auch viele andere Säugetiere werden gezüchtet, gehalten und getötet – für Fleisch, Milch, Wolle, Fell oder Unterhaltung. Ihre Geschichten unterscheiden sich, ihr Ende ist fast immer dasselbe.
Schafe und Ziegen
Das Bild vom Schäfer mit seiner Herde auf der Heide ist romantisch – die Wirklichkeit meist nicht. Lämmer werden oft schon im Alter von wenigen Monaten geschlachtet, besonders zu Ostern. Für Wolle werden Schafe heute so gezüchtet, dass sie viel mehr Wolle tragen, als ihr Körper braucht. In Australien, dem größten Wollproduzenten der Welt, wird Merinoschafen vielfach noch immer ohne Betäubung Haut am Hinterteil weggeschnitten, um Fliegenbefall vorzubeugen („Mulesing“).
Ziegen geben – wie Kühe – nur Milch, wenn sie ein Junges geboren haben. Auch hier werden die Zicklein von ihren Müttern getrennt, die männlichen meist früh geschlachtet. Ziegenkäse ist deshalb keine harmlose Alternative zum Kuhkäse.
Kaninchen
Kaninchen sind gesellige, bewegungsfreudige Tiere, die springen, graben und Haken schlagen wollen. In der Mast leben sie häufig in kleinen Drahtgitterkäfigen oder engen Buchten, in denen sie nicht einmal aufrecht sitzen können. Krankheiten und Verhaltensstörungen sind weit verbreitet. Viele Menschen, die ein Kaninchen als geliebtes Haustier halten, wissen nicht, dass seine Artgenossen genau so behandelt werden. → Haustiere
Pferde
Auch Pferde werden geschlachtet – in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend. Viele von ihnen waren zuvor Sport- oder Freizeitpferde, die „ausgedient“ haben. Andere werden über Tausende Kilometer quer durch Europa transportiert. Und zur Gewinnung eines Hormons für die Schweinezucht wird trächtigen Stuten in Südamerika und Island Blut abgenommen – unter oft grausamen Bedingungen.
Pelztiere
Füchse, Nerze, Marderhunde: Für Pelz werden weltweit noch immer Millionen Tiere in winzigen Drahtkäfigen gehalten und getötet. In Deutschland gibt es inzwischen keine Pelzfarmen mehr, doch Pelz und Pelzbesatz an Kapuzen und Mützen werden weiterhin importiert und verkauft. Oft ist Echtpelz dabei billiger als Kunstpelz und kaum davon zu unterscheiden. → Kleidung
Was kannst Du tun?
- Verzichte auf Lammfleisch, Ziegenmilch und -käse – pflanzliche Alternativen gibt es in großer Auswahl.
- Kaufe Pullover und Mützen aus Baumwolle, Leinen, Hanf oder recycelten Fasern statt aus Wolle.
- Schau bei Kapuzen und Bommelmützen genau hin: Ist es wirklich Kunstpelz?
- Wenn Du ein Tier aufnehmen möchtest: Adoptiere, statt zu kaufen – viele Kaninchen warten im Tierheim auf ein Zuhause.
Wie viele Tiere sollen ab jetzt noch für Dich sterben?
Du hast es in der Hand – heute, beim nächsten Einkauf. Entscheide Dich für ein Leben ohne Tierleid. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.
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