Klüger als Hunde, verspielt wie Kinder – und nach sechs Monaten tot.

Schweine sind neugierig, verspielt und hochintelligent. Sie lernen ihren Namen, lösen knifflige Aufgaben, erkennen sich im Spiegel und schließen enge Freundschaften. Sie lieben es, im Boden zu wühlen, sich in der Sonne zu wärmen und im Schlamm abzukühlen. In Freiheit könnte ein Schwein 15 Jahre und älter werden. In der Mast lebt es ein halbes Jahr – und sieht in dieser Zeit meist nie den Himmel.

44,9 Mio.Schweine wurden 2025 in Deutschland geschlachtet
85Schweine sterben in Deutschland jede Minute im Schlachthof
6 Monatealt ist ein Mastschwein, wenn es getötet wird – bei einer Lebenserwartung von über 15 Jahren

Das Problem

Ein Leben auf Beton

Die allermeisten Schweine in Deutschland leben in geschlossenen Ställen auf sogenannten Vollspaltenböden: Betonböden mit Schlitzen, durch die Kot und Urin in die Güllegrube darunter fallen. Stroh zum Wühlen gibt es nicht, Auslauf ebenso wenig. Auf rund einem Quadratmeter pro Tier wachsen sie in wenigen Monaten auf über 100 Kilogramm heran. Die Luft ist beißend von Ammoniak, die Langeweile unerträglich.

Schmerzhafte Eingriffe

Weil sich gestresste Schweine in der Enge gegenseitig in die Schwänze beißen, wird vielen Ferkeln der Ringelschwanz abgeschnitten – obwohl das in der EU eigentlich nur im Ausnahmefall erlaubt ist. Nicht das Haltungssystem wird an das Tier angepasst, sondern das Tier an das Haltungssystem.

Mütter im Käfig

Muttersauen verbringen einen großen Teil ihres Lebens in sogenannten Kastenständen: Metallkäfige, kaum größer als ihr Körper, in denen sie sich nicht einmal umdrehen können. Hier werden sie besamt, hier bringen sie ihre Ferkel zur Welt, hier säugen sie sie durch Gitterstäbe. Nach wenigen Wochen werden ihnen die Ferkel genommen, und der Kreislauf beginnt von vorn – bis die Sau „ausgedient“ hat und selbst geschlachtet wird. Die Übergangsfristen für ein Ende dieser Haltung reichen bis weit in die 2030er-Jahre.

Das Ende

Mit etwa sechs Monaten kommen die Schweine zum Schlachthof. Die meisten werden dort mit hochkonzentriertem Kohlendioxid betäubt – ein Gas, das in den Atemwegen brennt und bei den Tieren nachweislich Panik und Atemnot auslöst, bevor sie das Bewusstsein verlieren.

Ganz in unserer Nähe

All das geschieht nicht irgendwo weit weg. In Wittlich, der „Säubrennerstadt“ ganz in unserer Nachbarschaft, werden in einem einzigen Betrieb rund 22.000 Schweine getötet – Woche für Woche. Das sind über 90 Prozent aller Schweine, die in Rheinland-Pfalz geschlachtet werden. Stiftungsgründer Paul Peter Nehren steht dort regelmäßig vor den Toren, wenn die Transporter ankommen. Er sieht die Tiere durch die Lüftungsschlitze, hört sie, riecht sie – und weiß: Keines von ihnen kommt lebend wieder heraus.

„Jedes Mal stehen mir die Tränen in den Augen. Diese Tiere sind gerade ein halbes Jahr alt. Es sind Kinder.“

Paul Peter Nehren, Gründer der Stiftung

Die Zusammenhänge

  • Gülle und Grundwasser: Die Gülle aus der Schweinehaltung belastet Böden und Grundwasser mit Nitrat – in vielen Regionen Deutschlands mit Folgen für unser Trinkwasser. → Umweltgifte
  • Antibiotika: Wo viele Tiere auf engem Raum leben, werden häufig Antibiotika eingesetzt. So entstehen resistente Keime, die auch für Menschen gefährlich werden. → Antibiotikaresistenzen
  • Pandemien: Schweine können sich sowohl mit Vogel- als auch mit Menschengrippeviren anstecken – ideale Bedingungen für neue Erreger. Die „Schweinegrippe“ von 2009 ist dafür ein Beispiel. → Zoonosen
  • Futter: Für das Futter der Schweine werden weltweit riesige Ackerflächen gebraucht – oft mit Soja aus Südamerika. → Regenwald

Was kannst Du tun?

Ein Schnitzel, eine Wurst, ein Stück Schinken – für uns ist es eine Mahlzeit von wenigen Minuten. Für das Schwein war es sein ganzes Leben. Dabei gibt es heute für fast jedes Produkt eine pflanzliche Alternative: Räuchertofu statt Speck, Seitan statt Schnitzel, pflanzliche Wurst und Aufschnitt in jedem Supermarkt. Niemand braucht ein totes Schwein, um gut zu essen.

Wie viele Tiere sollen ab jetzt noch für Dich sterben?

Du hast es in der Hand – heute, beim nächsten Einkauf. Entscheide Dich für ein Leben ohne Tierleid. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.

Jetzt vegan werden

Quellen

  • Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 049 vom 13. Februar 2026 – Fleischproduktion im Jahr 2025. destatis.de
  • Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutztV). gesetze-im-internet.de
  • Richtlinie 2008/120/EG über Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen.
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Gutachten zum Wohlergehen von Schweinen bei der Schlachtung (2020).