Hunderte Millionen Menschen hungern – während ein Drittel der Ernte in Futtertrögen landet.
Es ist einer der größten Skandale unserer Zeit: Die Menschheit produziert genug Nahrung, um alle Menschen satt zu machen. Und doch litten nach Schätzungen der Vereinten Nationen 2025 rund 645 Millionen Menschen Hunger. Ein Grund dafür ist, dass wir einen großen Teil unserer Ernte nicht selbst essen, sondern an Tiere verfüttern – auf Kosten der Ärmsten.
Das Problem
Ein Tier verbraucht den größten Teil seines Futters für das eigene Leben: zum Atmen, Wärmen und Bewegen. Nur ein kleiner Teil wird zu Fleisch, Milch oder Eiern. Aus vielen Kilokalorien Getreide und Soja werden so nur wenige Kilokalorien tierischer Nahrung. Weltweit landen gut ein Drittel der geernteten Kalorien im Futtertrog – Getreide, Mais und Soja, das Menschen direkt ernähren könnte.
Die Zusammenhänge
Flächen für den Export
In Ländern wie Brasilien, Paraguay oder Argentinien wachsen auf riesigen Flächen Futtermittel für die Tierhaltung in reichen Ländern – Flächen, die der lokalen Bevölkerung fehlen.
Steigende Preise
Wenn Getreide und Soja als Futter gefragt sind, steigen die Preise auf dem Weltmarkt. Für Familien, die einen Großteil ihres Einkommens für Nahrung ausgeben, kann das Hunger bedeuten.
Klimawandel
Dürren, Fluten und Missernten treffen vor allem die ärmsten Regionen der Welt – und die Tierhaltung ist ein bedeutender Treiber der Klimakrise.
Leergefischte Meere
Industrielle Fangflotten fischen vor den Küsten Westafrikas – auch für Fischmehl. Den Kleinfischern vor Ort bleibt immer weniger.
Würden wir Pflanzen direkt essen, statt sie den Umweg über den Tiermagen nehmen zu lassen, könnten mit derselben Ernte Milliarden Menschen zusätzlich ernährt werden.
Was kannst Du tun?
Jede Mahlzeit ohne Tierprodukte entlastet die Ackerflächen der Welt – und macht deutlich, dass wir bereit sind, zu teilen.
Teilen statt verfüttern
Mit Deiner Ernährung kannst Du einen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit leisten – jeden Tag. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.
Jetzt vegan werdenQuellen
- FAO u. a. (2026): The State of Food Security and Nutrition in the World 2026. fao.org
- Cassidy, E. S. u. a. (2013): Redefining agricultural yields: from tonnes to people nourished per hectare. Environmental Research Letters 8, 034015.
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