Die nächste Pandemie kommt bestimmt – die Frage ist nur, aus welchem Stall.

Die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, wie verletzlich unsere Welt ist. Weniger bekannt ist: Rund drei Viertel aller neu auftretenden Infektionskrankheiten sind Zoonosen – Krankheiten, die von Tieren auf Menschen überspringen. Und unser Umgang mit Tieren macht solche Sprünge immer wahrscheinlicher.

rund 75 %der neu auftretenden Infektionskrankheiten stammen von Tieren
2009löste ein Virus aus der Schweinehaltung die „Schweinegrippe“-Pandemie aus
H5N1Die Vogelgrippe springt inzwischen auch auf Säugetiere über

Was sind Zoonosen?

Zoonosen sind Infektionskrankheiten, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden. Dazu gehören Grippeviren aus Vögeln und Schweinen, Coronaviren, Salmonellen, BSE, Ebola oder HIV. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen nennt die steigende Nachfrage nach tierischem Eiweiß, die Intensivierung der Landwirtschaft und die Zerstörung natürlicher Lebensräume als wichtigste Ursachen dafür, dass solche Krankheiten häufiger werden.

Brutstätten für neue Erreger

In der Massentierhaltung leben Zehntausende genetisch fast identische Tiere auf engstem Raum. Ihr Immunsystem ist durch Stress geschwächt, Viren können sich rasend schnell von Tier zu Tier verbreiten – und dabei immer wieder verändern.

Wusstest Du?

Schweine gelten als besonders gefährliche „Mischgefäße“: Sie können sich sowohl mit Vogel- als auch mit Menschengrippeviren anstecken. In ihnen können sich die Viren vermischen – so entstand 2009 das Virus der „Schweinegrippe“.

Die Vogelgrippe H5N1 breitet sich seit Jahren weltweit aus und hat inzwischen auch Säugetiere wie Nerze, Seelöwen und sogar Milchkühe erfasst. Fachleute warnen eindringlich davor, dass sie sich an den Menschen anpassen könnte.

Wildtiermärkte und Lebensraumzerstörung

Auch die Jagd auf Wildtiere, ihr Handel auf Märkten und die Abholzung von Wäldern für Weiden und Futterfelder bringen Menschen in Kontakt mit Erregern, die zuvor nur in abgelegenen Ökosystemen vorkamen. Jeder gerodete Hektar Regenwald rückt uns diesen Erregern ein Stück näher. → Regenwald

Was kannst Du tun?

Die beste Pandemievorsorge ist, gar nicht erst Bedingungen zu schaffen, unter denen neue Erreger entstehen. Jedes Tier, das nicht in einer Mastanlage leben muss, und jeder Hektar Wald, der nicht für Weiden fallen muss, senkt das Risiko für uns alle.

Die beste Pandemievorsorge ist ein Teller ohne Tiere.

Schütze Dich und andere

Weniger Massentierhaltung bedeutet weniger Brutstätten für die nächste Pandemie. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.

Jetzt vegan werden

Quellen

  • UNEP & ILRI (2020): Preventing the next pandemic – Zoonotic diseases and how to break the chain of transmission. unep.org
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Informationen zu Zoonosen und Vogelgrippe. who.int
  • Friedrich-Loeffler-Institut (FLI): Aviäre Influenza. fli.de