Verdrängt von Weiden, Feldern und Netzen: Den wilden Tieren geht der Platz aus.

Wer an Tierleid denkt, denkt meist an Ställe und Schlachthöfe. Doch unsere Gier nach Fleisch, Milch und Eiern trifft auch die Tiere, die wir nie zu Gesicht bekommen: Jaguare im Amazonas, Orang-Utans auf Borneo, Feldhasen und Rebhühner auf unseren Äckern, Fische und Delfine in den Meeren. Ihnen nehmen wir ihren Lebensraum – und damit ihr Leben.

59 %der Säugetier-Biomasse auf der Erde sind Nutz- und Haustiere
36 %sind wir Menschen
nur 5 %sind noch wild lebende Säugetiere

Wer die Erde heute bewohnt

Forschende des Weizmann-Instituts haben ausgerechnet, wie sich die Masse aller Säugetiere auf der Erde verteilt. Das Ergebnis ist erschütternd: Nutz- und Haustiere machen 59 Prozent aus, wir Menschen 36 Prozent – alle wild lebenden Säugetiere zusammen, vom Elefanten bis zur Maus, vom Wal bis zur Fledermaus, nur noch 5 Prozent. An Land sind es sogar nur rund 2 Prozent. Bei den Vögeln ist es nicht anders: 71 Prozent der Vogelmasse auf der Erde ist Geflügel.

Das große Artensterben

Nach Einschätzung des Weltbiodiversitätsrates IPBES ist rund eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Der wichtigste Treiber ist die Veränderung der Landnutzung – allen voran die Ausweitung der Landwirtschaft und damit vor allem der Tierhaltung. Laut dem „Living Planet Index“ sind die beobachteten Bestände wild lebender Wirbeltiere seit 1970 im Schnitt um rund drei Viertel zurückgegangen. → Regenwald

Auch bei uns

Auch in Deutschland verschwinden Feldhasen, Kiebitze, Feldlerchen und Rebhühner aus der Agrarlandschaft – verdrängt von riesigen Mais- und Getreidefeldern für Tierfutter, von Pestiziden und Überdüngung. Insekten, die Grundlage vieler Nahrungsketten, sind in manchen Schutzgebieten in wenigen Jahrzehnten um drei Viertel zurückgegangen. Hinzu kommt die Jagd, der jedes Jahr Millionen Wildtiere zum Opfer fallen. Und wo Wölfe, Luchse oder Biber zurückkehren, stoßen sie oft auf Ablehnung – weil sie mit der Weidetierhaltung in Konflikt geraten. → Jagd

Was kannst Du tun?

Wildtiere brauchen vor allem eines: Platz.

Würde sich die Welt pflanzlich ernähren, kämen wir mit einem Viertel der heutigen Agrarfläche aus. Riesige Flächen könnten an die Natur zurückgegeben werden – für Wälder, Moore, Wiesen und all ihre Bewohner.

Gib der Natur ihren Platz zurück

Mit jeder Mahlzeit ohne Tierprodukte schenkst Du wilden Tieren ein Stück Lebensraum. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.

Jetzt vegan werden

Quellen

  • Greenspoon, L. u. a. (2023): The global biomass of wild mammals. PNAS 120(10), e2204892120. Zusammenfassung bei Our World in Data
  • Bar-On, Y. M., Phillips, R. & Milo, R. (2018): The biomass distribution on Earth. PNAS 115(25), 6506–6511.
  • IPBES (2019): Global Assessment Report on Biodiversity and Ecosystem Services.
  • WWF (2024): Living Planet Report.