Warum streicheln wir die einen – und essen die anderen?

Deutschland ist ein Land der Tierliebe: In rund jedem zweiten Haushalt leben Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Vögel oder Fische. Wir geben ihnen Namen, feiern ihre Geburtstage und trauern um sie wie um Familienmitglieder. Und doch landen auf denselben Tellern, neben denen der Hund bettelt, Schweine, die ihm in Klugheit und Gefühl in nichts nachstehen.

Liebe, die an der Stalltür endet

Die Psychologin Melanie Joy nennt dieses unsichtbare Glaubenssystem „Karnismus“: Wir haben gelernt, bestimmte Tiere als Freunde zu sehen und andere als Nahrung – ohne dass es dafür einen vernünftigen Grund gäbe. Ein Schwein ist nicht weniger klug, verspielt oder leidensfähig als ein Hund. Der einzige Unterschied ist die Rolle, die wir ihm zugedacht haben. Doris hat ihre Meerschweinchen Maya, Mausi und Puschel über alles geliebt – und genau diese Liebe galt für sie allen Tieren.

Der Hund

  • hat einen Namen
  • schläft bei uns auf dem Sofa
  • geht zum Tierarzt, wenn er krank ist
  • wird 12, 14, 16 Jahre alt

Das Schwein

  • hat eine Ohrmarke mit Nummer
  • liegt auf Betonspalten im Stall
  • wird krank – und weiter gemästet
  • stirbt mit etwa 6 Monaten im Schlachthof

Die Schattenseiten der Heimtierhaltung

Auch Haustiere leiden, wenn wir sie wie Ware behandeln:

Qualzucht

Hunde mit so kurzen Nasen, dass sie kaum atmen können, Katzen ohne Fell oder mit Faltohren, die Knorpelschäden verursachen.

Illegaler Welpenhandel

Kranke, viel zu früh von der Mutter getrennte Welpen aus Massenzuchten, verkauft über das Internet.

Ausgesetzte Tiere

Jedes Jahr landen Tausende Tiere im Tierheim, weil sie nicht mehr in den Alltag passen.

Kleintiere in Einzelhaft

Kaninchen und Meerschweinchen allein in winzigen Käfigen, obwohl sie Gesellschaft und Platz brauchen.

Adoptieren statt kaufen

Die Tierheime in Deutschland sind voll. Wer einem Tier ein Zuhause geben möchte, findet dort Hunde, Katzen, Kaninchen und viele andere, die auf eine zweite Chance warten. Und auch beim Futter gibt es Möglichkeiten: Für Hunde gibt es inzwischen gut zusammengesetzte vegane Alleinfuttermittel. Lass Dich dazu tierärztlich beraten.

Was kannst Du tun?

Schau Deinem Hund oder Deiner Katze in die Augen – und denk an das Schwein, das Kalb, das Huhn. Sie alle wollen leben.

Wenn Du Tiere liebst, dann gilt diese Liebe allen.

Tierliebe ohne Ausnahme

Lass Deine Liebe zu Tieren nicht an der Stalltür enden. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.

Jetzt vegan werden