Klein, aber nicht unwichtig: Auch Insekten zahlen für unseren Konsum.
Doris konnte an keinem Regenwurm auf dem Asphalt vorbeigehen und rettete jede Fliege, die sich ins Haus verirrt hatte. Für sie war klar: Auch das kleinste Leben zählt. Insekten sind faszinierende Lebewesen – Bienen tanzen sich gegenseitig den Weg zu Blüten, Ameisen bauen Staaten. Und doch werden sie in unvorstellbaren Mengen für Honig, Seide, Farbstoffe und neuerdings sogar als Lebensmittel genutzt.
Honig
Bienen sammeln Honig als Wintervorrat für ihr Volk. In der Imkerei wird er ihnen genommen und meist durch billiges Zuckerwasser ersetzt. Königinnen werden gezüchtet, künstlich besamt und ausgetauscht, ganze Völker für die Bestäubung von Monokulturen in Lastwagen quer durchs Land gefahren. Und: Die gezüchteten Honigbienen machen den Wildbienen, von denen viele Arten bedroht sind, die knappe Nahrung streitig. Ahornsirup, Agavendicksaft oder Reissirup sind köstliche Alternativen.
Seide
Für Seide werden die Kokons des Seidenspinners in heißem Wasser gekocht oder mit Dampf behandelt – mit der lebenden Raupe darin. Nur so bleibt der Faden unversehrt. Für ein einziges Seidenhemd sterben mehrere Tausend Tiere.
Karmin und Schellack
Der rote Farbstoff Karmin (E 120) wird aus zerdrückten Cochenille-Schildläusen gewonnen – für ein Kilogramm Farbstoff braucht es rund 100.000 Tiere. Er steckt in Süßigkeiten, Getränken, Joghurts und Lippenstiften. Schellack (E 904), das Sekret der Lackschildlaus, lässt Äpfel, Schokolinsen und Tabletten glänzen. Beides findest Du oft nur, wenn Du die Zutatenliste ganz genau liest.
Insekten als Nahrung
Seit einigen Jahren sind in der EU Mehlwürmer, Grillen und Heuschrecken als Lebensmittel zugelassen. Sie werden in riesigen Zuchtanlagen zu Milliarden gehalten und meist durch Einfrieren oder Erhitzen getötet. Ob und wie sehr sie dabei leiden, wissen wir nicht genau – aber wer im Zweifel für das Leben entscheidet, braucht keine Insekten auf dem Teller. Hülsenfrüchte liefern genauso viel Eiweiß.
Was kannst Du tun?
- Süße mit Ahornsirup, Agavendicksaft, Dattelsirup oder Reissirup statt mit Honig.
- Achte auf E 120 (Karmin) und E 904 (Schellack) in der Zutatenliste.
- Wähle Stoffe wie Tencel, Viskose, Baumwolle oder Leinen statt Seide.
- Schaffe Lebensraum: Ein Stück wilde Wiese oder ein Balkon voller heimischer Blüten hilft Wildbienen und Schmetterlingen.
Wie viele Tiere sollen ab jetzt noch für Dich sterben?
Du hast es in der Hand – heute, beim nächsten Einkauf. Entscheide Dich für ein Leben ohne Tierleid. Wichtig: Wer vegan lebt, muss Vitamin B12 ergänzen – mehr dazu unter Risiken.
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